Die Fremde Frau (Kapitel 5)

Nun stand ich dort. Genau an der Stelle wo sie stand, und mir lief es kalt den Rücken runter.
Ihr wunderschönes Gesicht, ihr zerfetztes Kleid, ihre Haare, ich sah alles ganz genau vor mir.
Als ob es in diesem Moment wäre. Ich spürte wie mir kalt wurde, obwohl die Sonne schien.
Ich schüttelte mich. Dann sah ich mich nochmal um, es war hell, und ich stand im Garten meiner
Großeltern. Ich suchte mit meinem Blick die Ränder des Gartens ab. Ich wusste noch
das ein kleiner Weg im Wald zu den großen Rosengärten führte, wo auch das Glashäuschen stand.
Ich fand ihn, in der rechten hinteren Ecke des Gartens. Es war so als ob mich dieser Weg anzog.
Als ob mich irgendwas dorthin rufen würde. Ich spürte meine Schritte nicht mehr.
Ich konzentrierte mich nur auf den Weg. Nur darauf das ich diese wunderschönen
Gärten sehen wollte. Die Magie und die Ruhe spüren wollte. Ich hatte gar nicht bemerkt wie ich
dorthin gekommen war. Auf einmal stand ich wie angewurzelt da. Ich konnte mich nicht rühren.
Diese Schönheit. Sie überwältigte mich. Ich wusste schon immer das es hier schön war.
Doch ich hatte vergessen wie schön es hier war. Ich bemerkte erst nach ein paar Minuten das ich
die Luft angehalten hatte. Ich atmete langsam wieder aus, dann atmete ich durch die Nase wieder ein.
Es war so ein betörender Geruch. Mir wurde kurz schwindelig, es war so schön. Ich ließ mich auf einen großen Stein fallen und betrachtete es noch einmal. Es sah ein wenig so aus als ob hier längere Zeit keiner mehr gewesen wäre. Früher war meine Oma jeden Tag hier und hat alles in Ordnung
gebracht. Jetzt sah es hier... nun ja wie sah es aus? Es sah verwildert aus.
Verwahrlost war nicht das richtige Wort. Denn es war immer noch der schönste Platz
den ich kannte. Dieser Ort war immer noch magisch. Er hatte Charakter. Ich kannte natürlich
auch noch andere schöne Orte und Plätze. Aber nicht alle hatten Charakter, sie waren einfach nur schön, mehr nicht. Sie überbrachten einem nichts, strahlten nichts aus, sahen nur aus.
Das hier im Gegensatz, war Magisch. Was anderes fiel mir nicht ein. Mein Blick heftete sich auf das Glashaus das in der Mitte stand. Dort strahlte das Goldene Licht der Sonne durch die Bäume
so das nur das Häuschen im Licht stand. Darüber flatterten Schmetterlinge in den schönsten Farben.
Langsam erhob ich mich und machte einen schritt darauf zu. Aus einmal wurden meine Beine schwer.
Jeder schritt war so als würde ich versinken. Die Aufregung in mir stieg und stieg.
Der kleine weiße antike Metall Tisch in der Mitte des Häuschens stand dort noch. Die Rosen
waren dort hinein gewachsen, und blühten wie keine anderen. Ich fand das gab dem ganzen
noch mehr Feenhaftes. Doch auf eine düstere Art und weise. Trotzdem fühlte ich mich wohl.
Ich weiß nicht wieso aber Irgendwas sagte mir das es hier nicht mehr wie früher war.
Irgendwas musste passiert sein. Nun nahm ich mir noch etwas vor, ich musste herausfinden was
hier passiert war. Wenn ich nochmal darüber nachdachte kam ich mir lächerlich vor,
doch mein Gefühl sagte mir klar und deutlich das irgendwas nicht stimmte und das musste ich
herausfinden. Eine Stunde später wusste ich auch genau womit ich die beiden überraschen will.
Eine halbe Stunde später war ich auch schon fertig. Ich verbesserte nur noch ein Paar Details
und rannte zurück zum Haus meiner Großeltern. >>Oma, Opa!<< Rief ich die beiden und blieb Keuchend vor den Terrassen Treppen stehen. >>Was ist denn los mein Schatz?<<
Fragte sie mich verblüfft. Ich lächelte, >>Nichts, ich bin fertig. Mit meiner Überraschung.<<
Mein Opa fragte gar nicht mehr und legte Lächelnd seine Zeitung weg.
Meine Oma kam ihm hinterher. >>Ich glaube ich war schon seit über zehn Jahren nicht
mehr in den Gärten deiner Großmutter. Es wird langsam mal Zeit nicht wahr?<<
>>J.ja.<< Stotterte ich. So lange? Ich sah aus'm Augenwinkel wie meine Oma verlegen auf den Boden
sah. Vielleicht war es ihr ja Peinlich das sie auch länger nicht da war. Denn dieser Garten war 
früher ihr ein und alles. Zu dritt machten wir uns auf den Weg über den Rasen, hin zu dem kleinen
Weg der zum Rosengarten führte. Wir liefen stumm zur Stelle wo das Häuschen stand.
Und als ich auf mein Werk zeigte, sah ich wie die Augen meiner Großmutter kurz aufleuchteten,
aber kurze Zeit später betrübt abwendeten. Das Leuchten, die Liebe von früher war verschwunden.
Aber wohin? Nun sah ich nur noch trauer. Dies gab mir die Bestätigung das irgendwas passiert sein musste. Und ab diesem Moment schwor ich mir das ich dieses Geheimnis lüften würde.
Ich würde herausfinden was diesem Magischen Ort schlechtes widerfahren war. 

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